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AVUS, Baustellen und ständig Stau

Berlin hat ja bekanntlich gerade die peinlichste Großbaustelle Deutschlands., ja vielleicht sogar der Welt. Ein Paradebeispiel für völliges Versagen aller Entscheidungsträger und ein Grund mehr für das gemeine Volk, die Hände vor dem Gesicht zusammen zu schlagen. Ein anderes Großprojekt wurde hingegen sogar früher fertig, als gedacht.

Warum der neue Berliner Flughafen nicht fertig wird und wer daran Schuld hat, darüber sollen andere spekulieren und philosophieren. Fest steht, dass ein anderes Großprojekt in Berlin vor Kurzem sogar lange vor dem eigentlichen Fertigstellungstermin beendet werden konnte. Fest steht, dass auch dafür der Bürgermeister der Stadt mit verantwortlich war. Die Rede ist von der Stadtautobahn A115 oder besser bekannt als AVUS.

Die einst schnellste Rennstrecke der Welt, oder einfach die Automobil-Verkehrs-und-Übungs-Straße, war berühmt und berüchtigt. Mit ihrer Steilkurve war sie der Publikumsmagnet ihrer Zeit. Heute ist nicht mehr viel zu sehen von diesem goldenen Glanz vergangener Jahre. Vielmehr kennt man die AVUS heute als Autobahn auf der es eigentlich immer voll ist und oft auch einige Menschen die Karosserien ihrer und anderer Autos auf Verformungs- und Stoßfestigkeit testen. Besonders das im-Stau-stehen kann man dort hervorragend zelebrieren. Morgens Stau, mittags so lala, abends wieder Stau. Einzig nachts kann man ruhig dahin rauschen. Nur bitte nicht all zu zügig, denn man ist ja mitten in der Stadt… mehr oder weniger.

Stau umfahren oder aussitzen

Natürlich kann man Staus umfahren. Eine gute Planung ist schon halb gefahren und sicherlich kann es dem ein oder anderen nutzen, wenn er sich die ganzen Tricks und Kniffe zurecht legt um nicht in einen Stau zugeraten. In diesem Artikel stehen einige Tipps dazu. Im Falle der AVUS ist ein sehr langsames Vorankommen aber leider meist immer noch schneller als eine weiträumige Umfahrung. Und schließlich ist und bleibt sie ein großartiger Zubringer mitten in die Stadt hinein.

Baustelle? – Nö, schon fertig!

Umso härter klang die Entscheidung, dass die AVUS komplett saniert werden müsse. Aus drei Fahrstreifen wird einer und das für sehr sehr lange Zeit. Doch um den Autofahrern nicht den letzten Nerv zu rauben, versuchte man es in Berlin mit Planung und finanziellen Anreizen für die Baufirmen. Das Motto lautete: Baut so schnell ihr könnt und wir zahlen euch einen fetten Bonus obendrauf. Gesagt, getan. Die AVUS wurde im Sommer 2011 zur nervigsten Baustelle aller Berliner Autofahrer und sollte es eigentlich noch bis zum November 2013 bleiben. Neun Kilometer für die man immer eine Stunde extra einplanen sollte. Doch durch gute Planung und die Aussicht auf Bonuszahlungen von bis zu einer Million Euro, wurde die AVUS schon im November 2012 wieder freigegeben.

Bund spendiert Berlin sanierte AVUS

Bauherr war der Bund, denn dem gehört die schöne Autobahn. Und ein Schnäppchen waren die grundsanierten neun Kilometer Autobahn auch noch. Gerade einmal 28 Millionen Euro hat es gekostet. Vielleicht hätte ein einziger Bauherr auch dem neuen Berliner Flughafen gut getan um ihn termingerecht und zu den veranschlagten Kosten fertig zu bekommen.

Bilder:
AVUS von oben:Secret Pilgrim@flickr
Leitplanken an der AVUS, Motel AVUS: online_horst@flickr

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